Strategie und Wesentlichkeit Wachsende Bedeutung des Drittgeschäfts

ESG im Institutional Business

Wachsende Bedeutung des Drittgeschäfts und neue Stakeholder-Anforderungen

Das Geschäft mit Asset- und Investmentmanagement-Dienstleistungen für Dritte (Institutional Business) hat in den letzten Geschäftsjahren für die DIC Asset AG stark an Bedeutung gewonnen und wird seit 2019 unter der Marke GEG zusammengefasst. (siehe Organigramm)

Im Geschäftsjahr 2019 hat sich der Geschäftsbereich Institutional Business erstmals als gleichwertige Ertragssäule zum Bestandsgeschäft (Commercial Portfolio) erwiesen.

GEG ist dem Treuhandprinzip verpflichtet und agiert entsprechend ausschließlich im Sinne der institutionellen Anleger in ihren Produkten. Die Kunden der Immobilienspezialfonds (40%) sowie Club Deals (15%) und Individualmandate (45%) sind größtenteils deutsche institutionelle Investoren, darunter Banken und Sparkassen (17%), Versicherungen (33%), Pensionsfonds (40%) oder Family Offices vermögender Privatpersonen (10%) – alle Prozentangaben von Assets under Management am 31. Dezember 2019. Mehr als die Hälfte der Investoren ist bereits in mehr als ein Vehikel investiert.

Investment-Partner
(Anteile an AuM in Höhe von 5,7 Mrd. Euro am 31. Dezember 2019)
Pensionsfonds
Versicherungen
Sparkassen, Banken
Family Offices
Erwartungen der Anleger
  • ¡ Priorisierung der individuellen Anlegerinteressen im Sinne des Treuhandprinzips
  • ¡ Berücksichtigung finanzieller und nicht-finanzieller Parameter sowie ESG-Leitlinien bei Anlageentscheidungen der Vehikel
  • ¡ Aufbau international vergleichbarer Reporting-Strukturen im Sinne der Anleger-Transparenz
Geplante Maßnahmen
  • Ausbau der Reporting-Aktivitäten auf Ebene des Unternehmens und der Vehikel
  • Proaktive Kommunikation von ESG-Standards und -Leitlinien im Institutional Business
  • Integration der ESG-Kriterien in die Anlageentscheidungen

Erweiterte Reporting-Standards

Zusätzlich zum Nachhaltigkeits-Reporting der Konzernmutter DIC Asset AG nach den international anerkannten Berichtstandards GRI Standards und EPRA sBPR (Sustainability Best Practices Recommendations) wird das Reporting auf Investment-Vehikel-Ebene zunehmend wichtiger. Angestrebt ist eine Erweiterung des Reportings auf Ebene der Anlagevehikel im Einklang mit den INREV-Richtlinien (European Association for Investors in Non-Listed Real Estate Vehicles). Auf Anlegerwunsch soll perspektivisch zudem eine Berichterstattung und Bewertung der Anlegervehikel nach GRESB ermöglicht werden. Die GEG, unter deren Markenname das vollständige Institutional Business der DIC Asset AG seit der Integration im Jahr 2019 gebündelt wird, plant zudem ein Akkreditierungsverfahren der UN-PRI (Principles for Responsible Investment, deutsch: Prinzipien für verantwortliches Investieren) und strebt dies im nächsten Schritt auch auf Ebene der Konzernmutter an. Diese Reporting-Standards werden im Folgenden kurz vorgestellt.

INREV

Ähnlich der für börsennotierte Immobilienunternehmen zuständigen EPRA (European Public Real Estate Association) nimmt die INREV (European Association for Investors in Non-Listed Real Estate Vehicles) als gemeinnützige Organisation mit Sitz in den Niederlanden die Interessen von Anlegern in nicht-börsennotierte Immobilienfonds wahr. Ziel ist, es die Transparenz und Vergleichbarkeit durch Best-Practice-Vorgaben und professionelle Berichtstandards zu erhöhen, um die Attraktivität der Asset-Klasse weiter zu steigern. Die erarbeiteten INREV-Standards sind mit GRI Standards und EPRA sBPR kompatibel und umfassen acht Themengebiete, darunter Corporate Governance, Immobilienbewertung, Performance-Messung, INREV-NAV, Reporting über Gebührenstrukturen und Angaben zur Liquidität. Darüber hinaus werden den Mitgliedern standardisierte Fragebögen, z.B. zur Due Diligence, als Tools für die tägliche operative Arbeit angeboten.

GRESB

Der GRESB-Standard (Global Real Estate Sustainability Benchmark) des Green Building Certification Institute, einer in den Niederlanden ansässigen Investoreninitiative, hat sich zum Ziel gesetzt, die Nachhaltigkeitsperformance von Immobilien-Portfolios über einen ganzheitlichen Score vergleichbar zu machen. Zur Berechnung dieses Scores fließen Daten aller beteiligten Akteure, u.a. Property Manager, Facility Manager, Nutzer, Mieter oder Dienstleister, in einen umfassenden Fragebogen ein. So entsteht ein möglichst vollständiges Bild der Portfolio-Performance, das alle drei ESG-Dimensionen wiedergibt.

Insgesamt ergibt sich der Score aus sieben Teilbewertungen:

  1. Management: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Rahmen der Portfoliostrategie und ihrer Umsetzung?
  2. Policy & Disclosure: Wie wird Nachhaltigkeit im Berichtswesen transparent und vergleichbar gemacht?
  3. Risks & Opportunities: Welche Risiken und Chancen wurden im Bereich ESG identifiziert und welche Maßnahmen werden ergriffen?
  4. Monitoring & EMS: Wie wird der Ressourcenverbrauch überwacht und gesteuert?
  5. Building Certification: Gibt es von unabhängigen Dritten erstellte Zertifikate zur Nachhaltigkeit einzelner Immobilien?
  6. Performance Indicators: Welche Performance wurde beim Ressourcenverbrauch erzielt?
  7. Stakeholder Engagement: Welche Kooperation mit Mietern, Zulieferern, Mitarbeitern und anderen Anspruchsgruppen besteht?
UN-PRI

UN Principles for Responsible Investment (UN-PRI) ist eine 2006 gegründete Investoreninitiative der Vereinten Nationen und wurde vom UN Global Compact zusammen mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms UNEP ins Leben gerufen und richtet sich vorrangig an Investment Manager. Darunter fallen Organisationen, die Investmentfonds verwalten oder kontrollieren, entweder auf eigene Rechnung oder im Namen anderer, und die nicht mehr als die Hälfte dieser Investmentfonds besitzen. Die Unterzeichner von UN-PRI verpflichten sich, sechs Prinzipien für verantwortungsvolle Investments umzusetzen. Ziel ist ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Investitionsaktivitäten auf Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsthemen und Integration dieser Fragestellungen in die Investitionsentscheidungen.

Die sechs Prinzipien für Unterzeichner lauten:

  1. Wir werden ESG-Themen in die Investitionsanalyse und Entscheidungsprozesse einbeziehen.
  2. Wir werden aktive Eigentümer sein und ESG-Fragen in unsere Eigentümerpolitik und -praxis einbeziehen.
  3. Wir werden uns um eine angemessene Offenlegung von ESG-Themen durch die Unternehmen, in die wir investieren, bemühen.
  4. Wir werden die Akzeptanz und Umsetzung der Grundsätze in der Investmentbranche fördern.
  5. Wir werden zusammenarbeiten, um unsere Wirksamkeit bei der Umsetzung der Grundsätze zu verbessern.
  6. Wir werden jeweils über unsere Aktivitäten und Fortschritte bei der Umsetzung der Grundsätze berichten.